GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian: Klares Nein zum Vorschlag der europäischen ICH-AG

Pläne der EU-Kommission sind Einladung zur Scheinselbständigkeit und ein Vorstoß für niedrigere Standards in Europa

„Die Rechte von BetriebsrätInnen werden heute zunehmend auch durch europäische Rechtsetzung mitgestaltet. In einem Land mit hohen Standards der Mitbestimmung wie Österreich sind wir besonders sensibel, dass bei aller Dynamik im Unternehmensrecht am europäischen Binnenmarkt auch hier keine Aushöhlung der Mitbestimmungsrechte der ArbeitnehmerInnenverteter beginnt. kein Dumping Platz greift. Europäisches Recht darf nicht zur Flucht aus Mitbestimmung und Steuerpflicht führen“, kommentierte Wolfgang Katzian, GPA-djp Vorsitzender heute im Rahmen des 15. GPA-djp-Konzerneforums, das sich mit den aktuellen Weichenstellungen im europäischen Gesellschaftsrecht auseinandersetzt, einen aktuellen Vorschlag der EU-Kommission für eine europäische Ein-Personen-Gesellschaft: „„Dieser Vorschlag kommt einem massiven Angriff auf ArbeitnehmerInnenrechte gleich und wird von uns wie auch vom ÖGB strikt abgelehnt.“ Weiterlesen

EU-Kommission ist unbelehrbar und schlägt europaweite “Ich-AG” vor

Massive Gefahren für Mitbestimmung und soziale Standards

Die noch amtierende EU-Kommission hat wieder einmal bewiesen, dass ihr die Rechte von ArbeitnehmerInnen offenbar nur in Sonntagsreden wichtig sind. Der neue Vorschlag für eine europaweite Unternehmensform der Ein-Personen-Gesellschaft (“Single-Member-Company”) wurde weder mit den Gewerkschaften abgestimmt noch enthält er Vorschriften über die Mitbestimmungsrechte der ArbeitnehmerInnen. Dabei täuscht der Name darüber hinweg, dass auch größere Unternehmen in dieser Rechtsform betrieben werden können, allerdings ist nur ein Aktionär nötig. Das Grundkapital für die neue Gesellschaft beträgt unglaubliche 1 Euro! Die Folge: Die Gründung solcher Unternehmen, die dann keinerlei Mitbestimmungsrechte für die Beschäftigten enthalten, soll weitgehend formlos möglich sein und lädt geradezu zum Missbrauch ein. Weiterlesen

GPA-djp EBR-Seminarangebot zur EU-Wahl 2014

3./4. April 2014, Weitra (NÖ)

Am 25. Mai 2014 finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Als Mitglied in einem Europäischen Betriebsrat bist du sicherlich davon überzeugt, welche Bedeutung der EU-Politik für die aktuellen wirtschaftlichen sowie sozialen Rahmenbedingungen zukommt und somit ist dir auch die Wichtigkeit dieser Wahlen bewusst. Wir denken, dass die EU-Wahlen am 25. Mai 2014 ein guter Anlass sind, als österreichisches Mitglied im EBR in deinem Unternehmen aktiv zu werden. Daher laden wir dich ein, gemeinsam mit uns als GPA-djp für eine breitere Mobilisierung unter den Kolleginnen und Kollegen in deinem Unternehmen zu sorgen, sich an den Wahlen am 25. Mai 2014 zu beteiligen. Weiterlesen

Sozialrechtliche Ansprüche in einzelnen EU-Mitgliedsstaaten

Die Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission hat eine umfassende Zusammenstellung der jeweiligen sozialrechtlichen Ansprüche (Pensionen, Arbeitslosenunterstützung, Familienleistungen und sonstige Sozialleistungen) in den 28 EU-Mitgliedsstaaten, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz erstellt. Die aktuellen Versionen der Leitfäden zu den einzelnen Ländern liegen momentan auf Deutsch, Englisch und Französisch vor.

Weitere Informationen:

Ihre Rechte in den einzelnen Ländern

Projektbericht: Mittlere und leitende Angestellte in der EBR-Arbeit (aus EBR-News 4/2013)

Eurocadres, der europäische Dachverband der Fach- und Führungskräfte, vertritt 5 Millionen Angestellte in mittlerer und leitender Position. Als branchenübergreifender Verband für eine bestimmte Berufskategorie ist er assoziiertes Mitglied des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB). Mit finanzieller Unterstützung der EU untersuchte er die besondere Rolle der Fach- und Führungskräfte in der EBR-Arbeit. Die Projektergebnisse liegen nun in Deutsch, Englisch und Französisch vor. Die Broschüre beschäftigt sich mit EBR-Vereinbarungen, der Zusammensetzung und Arbeitsweise von Europäischen Betriebsräten, dem Unterrichtungs- und Anhörungsverfahren und der Koordinierung der EBR-Mitglieder untereinander.

Überblick über das Projekt (Englisch)
Projektbericht

Quelle: EBR-News 4/2014

Spanien: Bestandsaufnahme zur Situation der Gewerkschaften (aus EBR-News 3/2013)

Im Juni 2013 legte die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Studie über die Gewerkschaften in Spanien vor. Das Land hatte zum damaligen Zeitpunkt die höchste Arbeitslosenrate der EU und zählt neben Griechenland und Portugal zu den schwersten Opfer der Krise und der EU-Krisenpolitik. Die Autoren sprechen von einem Schulbeispiel, wie Angst vor Arbeitslosigkeit für einen Abbau von Schutzrechten missbraucht wird. Die Maßnahmen der konservativen Regierung gelten als massivster Rückbau im Arbeitsrecht seit Ende der Franco-Diktatur. In der Studie finden sich darüber hinaus aktuelle Zahlen über die Stärke der einzelnen Gewerkschaften bei Betriebsratswahlen, die Verbreitung von Kollektivverträgen und die Aufgaben und Rechte spanischer Betriebsräte.

Download der Studie
Die betriebliche Interessenvertretung in Spanien

Quelle: EBR-News 3/2013

Englisch für GewerkschafterInnen: Political English 1-3 (mehrteiliges Seminar)

VÖGB-Seminare für ArbeitnehmervertreterInnen

Political English 1-3
Englisch für GewerkschafterInnen (mehrteiliges Seminar)

Level 1: 13.-16. Jänner 2014
Level 2: 10.-13. März 2014
Level 3: 22.-25. April 2014

Ort: Bildungszentrum der AK Wien, 1040 Wien

Die Sprachkurse „Political English“ vermitteln Sprachkenntnisse gezielt in den für ArbeitnehmervertreterInnen wichtigen Themenbereichen Politik und Arbeitswelt.

Hinweis: Diese drei Seminare decken ein sehr breites Spektrum von AnfängerInnen- bis Fortgeschrittenenniveau ab. Eine Anmeldung zu mehr als einem Level ist daher in der Regel nicht zielführend und nur in Ausnahmefällen nach Rücksprache mit dem VÖGB möglich.

Anmeldung und nähere Infos

Gewerkschaftliches Handbuch: Der Europäische Betriebsrat (von Wolfgang Greif)

2. stark überarbeitete Auflage (angepasst an die neue EBR-Richtlinie 2009/38 EG)

bildDas vorliegende Handbuch zum Europäischen Betriebsrat ermöglicht allen Interessierten einen Überblick zur institutionalisierten Mitwirkung von ArbeitnehmerInnenvertretungen in grenzübergreifend tätigen europäischen Unternehmen. Darüber hinaus dient es allen BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen, die mit der Etablierung und Weiterentwicklung neuer europäischer Konzernvertretungen in Unternehmen zu tun haben, als praktischer Ratgeber. Darin werden die politischen und rechtlichen Grundlagen zum Europäischen Betriebsrat erläutert, gewerkschaftliche Einschätzungen geliefert und wertvolle Informationen, Orientierungsrichtlinien und Tipps zur Etablierung und zum Ausbau einer länderübergreifenden Arbeitnehmervertretung im Unternehmen bzw. in Unternehmensgruppen angeboten.

Autor: Mag. Wolfgang Greif, Leiter der Abteilung Europa, Konzerne und internationale Beziehungen in der GPA-djp

Der Europäische Betriebsrat
Reihe: Betriebsratsarbeit kompakt
Wolfgang Greif
2. Auflage 2013, 320 Seiten, EUR 29,90
ISBN: 978-3-7035-1538-5

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:

GPA-djp Themenseite

EWSA fordert Stärkung der ArbeitnehmerInnenmitwirkung in der Unternehmensführung (von ÖGB-Europabüro)

Im Zuge der fortdauernden Wirtschaftskrise sind immer mehr Unternehmen und Beschäftigte von Restrukturierungen betroffen, viel zu oft mit einschneidenden Folgen für ihre Arbeitsbedingungen. Vor diesem Hintergrund fordert der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) in einer aktuellen Initiative die europäische Politik nachdrücklich dazu auf, das Konzept der „nachhaltigen Unternehmensführung“ zu fördern: Eine Unternehmensführung, in der die „Stimme“ der ArbeitnehmerInnen zählt und in der ökonomische Effizienzziele mit sozialen und ökologischen Zielen kombiniert werden. Weiterlesen

Arbeit in multinationalen Konzernen und inländischen Unternehmen: Mythen und Realität

Das Amsterdam Institute for Advanced Labour Studies (AIAS) der Universität von Amsterdam hat im Auftrag des Europäischen Gewerkschaftsinstitutes (ETUI) in einer Studie die Arbeitsbedingungen in multinationalen Konzernen und inländischen Unternehmen verglichen und kam zu teilweise überraschenden, wenngleich ambivalenten, Ergebnissen.

Das Datenmaterial der Studie erlaubte einen Ländervergleich zwischen 10 EU-Mitgliedsstaaten (Belgien, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Niederlande, Polen, Spanien, Schweden, Tschechische Republik, Ungarn) und 5 Branchen (Metall- und Elektroindustrie; Handel; Finance und Call Centers; Informations- und Kommunikationstechnik; Transport und Telekommunikation). Verglichen wurden die Löhne und Gehälter, die Qualität der Arbeit und die Arbeitsbeziehungen in multinationalen Konzern und inländischen Unternehmen. Weiterlesen